Please check the configuration!
Wo Frauen bestens aufgehoben sind
Novum In der Frauenklinik des Kantonsspitals Aarau kümmern sich neu zwei Chefärzte und eine Chefärztin in drei Abteilungen um die Anliegen und Wünsche der Patientinnen
Die 29jährige Claudia M.* leidet seit der Geburt ihrer Tochter an einer Beckenbodensenkung, bei der 38jähigen Patricia F.* wurde ein Tumor in der Gebärmutter diagnostiziert – und die 23jährige Sabine S. wird demnächst zum ersten Mal Mutter. «Sie alle werden in der Frauenklinik des Kantonspitals Aarau von Spezialisten betreut», sagt Gabriel Schär, seit 14 Jahren Leiter der Klinik.
25 Jahre sind es her, seit Gabriel Schär Medizin studiert hat. «Die Fortschritte, die seither gemacht wurden, sind kaum vorstellbar. Die diagnostischen Möglichkeiten werden immer vielfältiger und die Operationstechniken gestalten sich zunehmend komplexer.» Und weil in den letzten Jahren auch die Zahl der Patientinnen gestiegen und die Klinik fast aus allen Nähten geplatzt ist, hat er sich – «mit Blick in die Zukunft» – dazu entschlossen, die Frauenklinik neu zu organisieren. So ist die Klinik seit dem 1. Januar dieses Jahres in drei Abteilungen mit je einem Chefarzt gegliedert. «Das Wissen auf drei Chefärzte zu verteilen, ist der richtige Weg», ist Gabriel Schär überzeugt.
Problem: Beckenbodensenkungen
Claudia M.* wird in der neu geschaffenen Urogynäkologie betreut. «Nach einer Geburt sind Beckenbodensenkungen und Inkontinenz eine häufige Folge», weiss Gabriel Schär. Diese können die Lebensqualität massiv einschränken. Dank moderner minimalinvasiver Methoden hat man in der Behandlung dieser Leiden grosse Fortschritte gemacht. «So kann man heute in einem verhältnismässig kleinen Eingriff Netzeinlagen als Gewebeverstärker sowie Harnröhrenschlingen einsetzen.»
Die Abteilung Gynäkologische Onkologie mit dem angegliederten Brustzentrum wird neu von Dimitri Sarlos geleitet. Er kümmert sich mit seinem Team um die Tumorerkrankung von Patricia F.* «Die Entfernung von Gebärmutter, Eierstöcken und Lymphknoten ist heute via Bauchspiegelung möglich», sagt Gabriel Schär. Die Vorteile dieser relativ neuen Technik: «Die Patientin hat danach weniger Schmerzen als bei einer Operation, bei der man den Bauch eröffnet; sie erholt sich schneller und auch die Gefahr von Komplikationen wie Embolien oder Infektionen ist kleiner.» Bei der Anwendung dieser so genannten «Bauchspiegelungsoperationen » nimmt das Kantonsspital Aarau eine Vorreiterrolle ein – «wir sind auf diesem Gebiet Ausbildungszentrum für in- und ausländische Gynäkologen», sagt Gabriel Schär nicht ohne Stolz.
«Tumor punktgenau entfernen»
Im Brustzentrum, das kurz vor der europäischen Zertifizierung steht, hat die neue Technik «Roll» (Radioguided Occult Lesion Localisation) Einzug gehalten. «Vereinfacht gesagt, lassen sich mittels radioaktiver Substanz nicht tastbare Tumore in der Brust lokalisieren.» Diese Technik sei nicht in allen Frauenkliniken einsetzbar, «weil es dazu die Zusammenarbeit von Spezialisten wie Nuklearmediziner, Radiologe und Gynäkologe braucht», sagt Gabriel Schär. Die Vorteile liegen auf der Hand: «Man kann den Tumor punktgenau entfernen und zerstört dabei weniger gesundes Gewebe.»
Die werdende Mutter Sabine S. ist in der Geburtshilfe unter der Leitung von Monya Todesco gut aufgehoben. Zum Service gehören die Beratung bei Risikoschwangerschaften, Schwangerschaftsabklärungen sowie vorgeburtliche Untersuchungen. «Natürliche Methoden für die sanfte Geburt stehen dabei im Zentrum. Fakt ist aber auch, dass 400 Patientinnen jährlich bei uns hospitalisiert werden, deren Schwangerschaft und Geburt nicht wie geplant verlaufen.
Quelle: Gesundheit Aargau
Letztes Update: 18.01.11, 10:30 Uhr





