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«Wie Hunde hecheln»
95 von 100 Hyperhidrose-Patienten schwitzen nicht wegen einer inneren Erkrankung, sondern weil sie dazu veranlagt sind
Schwitzen ist ein Vorgang, bei dem in Drüsen der Haut eine Flüssigkeit an die Körperoberfläche ausgeschieden wird: der Schweiss. Es gilt, zwei Arten von Schweiss-produzierenden Drüsen zu unterscheiden: Zum einen die «ekkrinen Schweissdrüsen», die sich am ganzen Körper befinden, am meisten an Handflächen und Fussohlen. Sie produzieren eine wässrige Flüssigkeit, bei deren Freisetzung der Körper die Möglichkeit hat, Wärme abzugeben.
Das ekkrine Schwitzen oder «Nasschwitzen» dient damit der Thermoregulation des Körpers: Wenn wir uns anstrengen und sich der Körper erhitzt, können wir mit dem Schwitzen Wärme abgeben. Ansonsten müssten wir wie Hunde hecheln. Die «apokrine Schweissdrüsen» sind an Stellen mit verstärkter Körperbehaarung zu finden, also in den Achselhöhlen oder im Genitalbereich. Der Schweiss, der in den apokrinen Drüsen gebildet wird, enthält Geruchssstoffe, die sich an der Körperoberfläche zersetzen und zu einem mehr oder weniger unangenehmen Geruch führen können. Im Kranheitsfall spricht man hier von einer so genannten «Bromhidrose.»
Als «Hyperhidrose» bezeichnet man ein verstärktes ekkrines Schwitzen, also ein störendes Nassschwitzen. Eine Hyperhidrose kann am ganzen Körper (generalisiert) auftreten oder auch nur an bestimmten Körperstellen (fokal). Dabei findet sich das störende Schwitzen am meisten in den Achselhöhlen; aber auch an Händen, Füssen oder an der Stirne.
Eine Hyperhidrose kann (sekundär) bei gewissen innereren Erkrankungen auftreten: Vor allem kann eine Überfunktion der Schweissdrüse zu verstärktem Schwitzen führen. Aber auch hormonelle Umstellungen können mit Hyperhidrose einhergehen. Bei starkem nächtlichem Schwitzen sollte man an chronische Infektionskrankheiten denken. Man sollte aber auch eine bösartige Erkrankung von Blutzellen ausschliessen.
Sekundäre Hyperhidrosen sind aber eigentlich selten. Viel häufiger liegt dem verstärkten Schwitzen keine Erkrankung zu Grunde: Man hat ganz einfach die Veranlagung dazu. Das ist bei 95 von 100 Patienten der Fall. Typisch für diese Form der Erkrankung ist das Auftreten eines lokalisierten (fokalen) Schwitzens in der Pubertät oder im jungen Erwachsenalter. Das Schwitzen ist dabei nicht primär anstrengungs- oder wärmeabhängig und tritt vor allem nachts nicht auf.
Quelle: Gesundheit Aargau
Letztes Update: 22.10.09, 10:33 Uhr





