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Therapie für jedes Herz

Jährlich werden im Kantonspital Baden 300 bis 400 Patienten mit einem Herzinfarkt behandelt. Kardiologe Urs Hufschmid erklärt, was wichtig ist.

Ein akuter Verschluss eines Herzkranzgefässes führt zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels. «Wenn hier nicht schnell gehandelt wird, erstickt dieser und stirbt ab. Beim totalen Verschluss eines grossen Blutgefässes muss sofort eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden», sagt Urs Hufschmid. Dabei werden die meist durch ein Blutgerinnsel verstopften Blutgefässe mit einem Ballon aufgedehnt. Um sicherzustellen, dass sich die betroffene Stelle nicht erneut verschliesst, wird ein stützendes Drahtgitter, ein so genannter Stent, implantiert. Wie dringend eine Herzkatheteruntersuchung ist, bestimmt das Notfallteam in Zusammenarbeit mit dem Kardiologen aufgrund der Ergebnisse des EKGs sowie der Laborwerte.

«Bei Teilverschlüssen hat man in der Regel etwas mehr Zeit», stellt Urs Hufschmid klar. Patienten, die über Schmerzen auf der Brust, im Oberbauch oder in den Armen klagen, sollten rasch durch einen Arzt beurteilt werden. Dann gehe es in erster Linie darum, den Patienten zu stabilisieren: «Das heisst, zum Einsatz kommen Blutverdünnungsmittel, Schmerzmittel und Medikamente für das Herz, das ja nach wie vor weiter funktionieren muss.» Das EKG mache deutlich, wer umgehend einen Herzkatheter benötige und wer innerhalb von 48 Stunden.

«Dieser Eingriff macht nicht in jedem Fall Sinn», erklärt Urs Hufschmid. «Bei Beschwerden, die seit Tagen bestehen, stehen erst medikamentöse Massnahmen im Vordergrund; eine allfällige Herzkatheteruntersuchung folgt später.» Koronarangiographien werden im KSB stets in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Aarau (KSA) durchgeführt. Zudem werden in speziellen Fällen Patenten ins KSA überwiesen. (ukk)

Quelle: Gesundheit Aargau

Letztes Update: 06.04.11, 08:58 Uhr