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Skalpell, das Blutung stillt
Bei der Tumorbehandlung im Kopfbereich erleichtern heute zahlreiche Neuerungen die Behandlung – zum Vorteil des Patienten.
«Bei der chirurgischen Entfernung von Tumoren der Zunge, der Speichel- und der Schilddrüse tritt wegen der sehr guten Gefässversorgung der Organe eine verstärkte Blutung auf», weiss Frank Metternich aus Erfahrung. Beim Einsatz des Ultraschallskalpells, bei dem das Gewebe beim Schneiden bis zu 80 Grad Celsius erhitzt wird, blutet es hingegen kaum «und man hat eine sehr gute Übersicht, die für die Tumorentfernung auf engstem Raum entscheidend ist, da die Halsschlagader in unmittelbarer Nähe liegt.» Das Ultraschall-Skalpell, das gleichzeitig schneidet und die Blutung stillt, erleichtert dem Chirurgen die Arbeit enorm. «In der Bauch-Chirurgie kennt man dieses Instrument schon länger, im Kopfbereich ist die Anwendung noch relativ neu», so Frank Metternich.
Kehlkopfkrebs früh sichtbar
Auch in der Frühdiagnostik von Kehlkopfkrebs ist man heute einen Schritt weiter. «Via Endoskopie über Mund oder Nase kann man mit Hilfe spezieller Lichtfilter kleinste Schleimhautveränderungen am Kehlkopf erkennen, die dann gezielt mittels einer kleinen Gewebe-Entnahme vom Pathologen untersucht werden, um zu klären, inwieweit der Tumor beispielsweise auf dem Stimmband angesiedelt, gut- oder bösartig ist.»
«Nur ein kleiner Picks»
«Speicheldrüsen- und Schilddrüsentumore sind nicht selten bösartig», sagt Professor Metternich. Mittels einer Feinnadelpunktion – «der Patient verspürt lediglich einen kleinen Picks» – wird Gewebe entnommen und in der Zytologie auf Bösartigkeit untersucht. «Anhand der zytologischen Diagnose kann dem Patienten ein individuelles Therapiekonzept angeboten werden.» Die HNO-Klinik hat in den letzten Monaten aufgrund der neuen Behandlungsmöglichkeiten eine Patientenzunahme von rund 20 Prozent verzeichnet.
Professor Metternich und sein Leitender Arzt André Arnoux operieren zudem in den Unispitälern Basel und Zürich, mit denen auch auf anderen Gebieten eine enge Zusammenarbeit besteht. Neubau Ambulatorium Ein grosses Projekt steht 2012 bevor: Das HNO-Ambulatorium soll modernisiert und ausgebaut werden – nicht zuletzt im Rahmen der SwissDRG’s, dem neuen Tarifsystem im Gesundheitswesen, das schweizweit am 1. Januar 2012 eingeführt wird.
Autorin: Ursula Känel Kocher / Gesundheit Aargau
Quelle: Gesundheit Aargau
Letztes Update: 15.11.11, 10:53 Uhr





