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«Ritual wie Zähneputzen»
Nieren-Patientin Francesca Leu schätzt die Freiheit und die Selbstständigkeit, die ihr die Bauchfelldialyse ermöglicht
Seit eineinhalb Jahren schliesst sich Francesca Leu aus Baden vor dem Schlafengehen ans Austauschgerät an, das neben ihrem Bett steht. «Man gewöhnt sich daran», sagt sie. Das Dialysieren gehöre für sie mittlerweile zum abendlichen Ritual «wie das Zähneputzen ». Alle nötigen Handgriffe erfolgten «wie im Schlaf».
DIE 55-JÄHRIGE leidet an einer vererbten terminalen Niereninsuffizienz. Ihre Mutter ist nach einer Nierentransplantation gestorben; die Schwester befindet sich seit elf Jahren an der Hämodialyse. Francesca Leu hat sich für die Bauchfelldialyse entschieden – und dies bis heute nicht bereut: «Ich schätze die Selbstständigkeit und Freiheit sehr, die mir die Bauchfell-Dialyse ermöglicht. Schade, dass diese Methode nicht mehr Betroffenen bekannt ist», sagt sie. Da sie in einem 60-Prozent- Pensum auswärts arbeite, dialysiert sie sich über Nacht mit dem Austauschgerät. «Die mit Flüssigkeit gefüllten Beutel mit ins Büro zu nehmen, finde ich viel zu umständlich.» Einzig an den Wochenenden besorge sie das Dialysieren manuell – «beispielsweise, wenn wir für zwei Tage verreisen. Dann packe ich die Flüssigkeitsbeutel einfach ins Auto.»
FÜR FRANCESCA LEU ist klar: «Für junge und jung gebliebene Personen ist die Bauchfelldialyse eine tolle Alternative zur Hämodialyse – sofern man gewillt ist, diese Verantwortung zu übernehmen. » Ihre Lebensqualität sei – nicht zuletzt dank ihrer positiven Einstellung – nach wie vor gross: «Zu schaffen macht mir nicht das Dialysieren an sich, sondern mehr die Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente, die man als Nieren-Patient einnehmen muss», sagt Francesca Leu.
Autorin: Ursula Känel Kocher, Gesundheit Aargau
Quelle: Gesundheit Aargau
Letztes Update: 18.05.10, 14:31 Uhr





