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Was tun, wenn mein Kind zu dick ist?

ein Sohn Lars, 14, hat hohes Übergewicht. Wir achten auf gesunde Ernährung und er trinkt nur Mineralwasser. Jeden Tag fährt er mit dem Velo zur Schule (4,3 km) und am Abend geht er 15 Minuten auf den Hometrainer. Trotzdem nimmt er nicht ab. Können Sie helfen? Frau M. N. aus A.

In der Schweiz ist jedes 5. bis 6. Schulkind übergewichtig. Damit vergesellschaftet sind Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Auswirkungen auf den Bewegungsapparat. Oft besteht zudem ein erheblicher Leidensdruck sowohl für die Betroffenen wie auch für die Familien, oft verbunden mit Schuldzuweisungen oder Mobbing.
Frühe Interventionen gemeinsam mit der Familie ermöglichen langfristige Erfolge. Dabei lohnt sich ein strukturiertes Vorgehen: Als Erstes empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit Ihrem Kinderarzt oder Allgemeinmediziner. Es gilt, möglichen Ursachen nachzugehen und Begleit- oder Folgeerkrankungen zu suchen. Instrumente zur Beurteilung und Verlaufskontrolle sind dabei die Bestimmung der Body Mass Index (BMI)-Perzentile und des Taillenumfangs. Je nach Ausprägung der Problematik haben die betreuenden Ärzte die Möglichkeit, eine individuelle Therapie über sechs Monate durchzuführen mit zusätzlich sechsmal Ernährungsberatung und zweimal Physiotherapie. In bestimmten Situationen ist eine Unterstützung durch ein spezialisiertes Zentrum und begleitende psychologische Betreuung von Anfang an sinnvoll.
Unabdingbar ist die Bereitschaft der Familie, eine Änderung des Lebensstils zu ermöglichen: Die Ernährung sollte individuell angepasst werden. Grundsätzlich sollen weniger Kalorien gegessen als verbraucht werden. Allerdings muss betont werden, dass exzessive Spezialdiäten oder Fasten im Kindesalter gefährlich sein können. Das Ziel sollte eine langsame Gewichtsabnahme über Monate und Jahre im Rahmen einer generellen Lebensstiländerung sein. Damit ist bereits gesagt, dass die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg Motivation und Geduld sind. Während des kindlichen Wachstums ist oft bereits die Gewichtsstabilisierung ein erstes realistisches Ziel. Tägliche körperliche Aktivität soll gefördert und zudem auf ausreichend Schlaf geachtet werden. Schlafmangel ist ein Risikofaktor für Übergewicht.
Bei sehr ausgeprägten Formen einer Adipositas im Kindes- und Jugend-
alter sind weiterführende therapeutische Schritte zu erwägen, dies aber unter der langfristigen Betreuung an einem spezialisierten Zentrum.


Korrigendum: Dr. Sükrü Arioglu vom
Kantonsspital Aarau hat den Ratgeber vom 5.4. (Kaiserschnitt) verfasst.

Quelle: Gesundheit Aargau

Letztes Update: 12.04.2017, 10:07 Uhr