Please check the configuration!
Per Sonde oder direkt ins Blut
Warum die Ernährung der Patienten auf der Intensivstation genau so wichtig ist wie Medikamente oder andere Therapien
Die Ernährung spielt auf der Intensivstation eine wichtige Rolle. «Für die Gesundheit unserer Patienten ist es von grosser Bedeutung, dass sie genügend Nährstoffe und Kohlenhydrate zu sich nehmen», betont Regula Erb, Leitende Ärztin der Intensivmedizin des KSB. Warum? «Wenn die Ernährung nicht stimmt, baut der ohnehin geschwächte Körper zusätzlich ab. Patienten der Intensivstation, die an Gewicht verlieren, sind akut gefährdet: Ihre Wunden heilen schlechter, und die Gefahr von Infektionen steigt.»
Nur: Vielfach können Patienten der Intensivstation wegen ihrer Krankheit nicht mehr selber essen - etwa nach einer grossen Magen-Darm-Operation. Oder aber sie haben aufgrund der Medikamente keinen Appetit oder liegen im Koma. Was dann? Regula Erb erklärt: «Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Manche Patienten erhalten zum normalen Essen zusätzliche Ergänzungsmittel, beispielsweise als angereicherte Trinknahrung. Andere werden via Magensonde ernährt - und wenn auch das nicht möglich ist, werden die Nährstoffe intravenös, das heisst direkt in die Blutbahn, verabreicht.»
Allerdings, fügt die Fachärztin an, würden - entgegen der landläufigen Meinung - längst nicht alle Patienten auf der Intensivstation künstlich ernährt. «Wir bemühen uns, einen möglichst grossen Teil der Nahrung über den «normalen» Weg, den Magen-Darm-Trakt, zuzuführen - weil dies gemäss Studien Komplikationen verhindern hilft.»
Im Gegensatz zur allgemeinen Abteilung werden die Patienten auf der Intensivstation rund um die Uhr betreut. Das Thema Ernährung fliesst automatisch mit in die Behandlung ein. «Die Ernährungsberaterin wird deshalb weniger häufig involviert. Wir Ärzte verordnen Schmerzmittel, Medikamente, Flüssigkeit oder eben eine bestimmte Art von Ernährung», sagt Regula Erb. So hätten Krebspatienten andere Bedürfnisse als etwa Unfall-Opfer oder Patienten nach einem geplatzten Blinddarm. «Es gilt, die Therapie von Patient zu Patient individuell anzupassen.»
Quelle: Gesundheit Aargau
Letztes Update: 22.10.09, 10:44 Uhr





