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Operieren via Konsole
Ein Roboter am OP-Tisch? In der Urologie bereits häufig im Einsatz, wird die Robotik-Technologie auch in der Gynäkologie an Bedeutung zunehmen, ist Gabriel Schär überzeugt.
Die «Roboterassisierte Chirurgie » könne man sich ähnlich vorstellen wie die Bedienung einer «Play-Station», erklärt Gabriel Schär, Leiter der Frauenklinik am Kantonsspital Aarau. «Der Chirurg sitzt dabei an einer so genannten Konsole vor dem Computer und steuert die Instrumente.»
Forschung ausgezeichnet
Angewendet wird diese neue, moderne Technologie im Kantonsspital Aarau bereits in der Urologie. Was den Einsatz in der Gynäkologie betrifft, hat das Team unter der Leitung von Dimitri Sarlos, dem neuen Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Gynäkologischen Onkologie, intensiv darüber geforscht. Für die vergleichende Untersuchung zwischen herkömmlicher und Roboterassistierter Bauchspiegelung zur Entfernung der Gebärmutter ist das Team von der «Europäischen Gesellschaft für Robotik in der Gynäkologie » (SERGS) ausgezeichnet worden. Noch gehöre die Roboter-assistierte Chirurgie in der Gynäkologie nicht zum Standardverfahren – «aber in Zukunft wird sie auch bei uns an Bedeutung gewinnen», ist Gabriel Schär überzeugt.
Die Vorteile der OP-Robotik: «Ergonomisch komfortabel sitzt der Chirurg an der Konsole, kann die Operationsstelle dreidimensional und in mehrfacher Vergrösserung auf den Bildschirm betrachten und hoch präzise mit sehr flexibeln Instrumenten arbeiten», so Dimitri Sarlos. «Speziell bei langen Operationen ermüdet man weniger als bei der herkömmlichen Bauchspiegelung; zudem gibt es Daten, die zeigen, dass Anfänger mittels Robotik gewisse Operationen schneller erlernen.»
Technik weiterentwickeln
Sicher benötige die Robotikchirurgie noch etliche Entwicklungsschritte, so Dimitri Sarlos. «Wir sind jedoch stolz, dass wir in einer frühen Phase bei dieser Entwicklung dabei sein dürfen – denn schon die nahe Zukunft wird zeigen, dass dies der zu beschreitende Weg sein wird» so Sarlos weiter. Die Frauenklinik hat sich denn auch zum Ziel gesetzt, durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit kontinuierlich einen Beitrag an die Weiterentwicklung dieser innovativen Technik zu leisten.
Quelle: Gesundheit Aargau
Letztes Update: 20.01.11, 10:30 Uhr





