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Gemeinsam gegen den Brustkrebs

«Fit for Life»:Das Kantonsspital Baden bietet Frauen nach der Brustoperation Gruppentraining an

Brustkrebs ist sein täglich Brot: Dr. Nik Hauser, Leitender Arzt des Brustzentrums im Kantonsspital Baden, hat jeden Tag mit betroffenen Patientinnen zu tun. Und er weiss: Nach einer Brustoperation sind häufig Schultersteife, Kraftlosigkeit im Arm, Schonhaltung oder Verhärtungen im Narbenbereich die Folge. «Jede dritte Frau, bei der die Lymphknoten in der Achselhöhle komplett entfernt wurden, kann nach der Operation ein leichtes bis ausgeprägtes Lymphödem im Arm entwickeln», sagt er. Denn: Längst nicht in allen Fällen könne er die schonendere «Wächterlymphknoten- Technik» anwenden, bei der nur ein Teil der Lymphknoten entfernt wird.

Gezieltes Training hilft

Was heisst das für Betroffene? Michael Phieler, Leitender Physiotherapeut, betont: «Mit gezieltem Training kann man Komplikationen oft verhindern. » Darum sind im KSB die Physiotherapeuten von Anfang an involviert: «Wir besuchen die Patientin bereits vor der Operation und beginnen einen Tag nach dem Eingriff mit kleinen Rehabilitationsübungen», sagt Phieler. Natürlich sei der Bewegungsradius der Patientin in diesem Moment noch stark eingeschränkt. «Wir zeigen einfache Übungen, die im Krankenbett trotz Drainage- Schläuchen möglich sind und die die Arm- und die Schulterbeweglichkeit fördern», erklärt Phieler. Dr. Nik Hauser ergänzt: «Regelmässige sportliche Betätigung hat erwiesenermassen einen positiven Einfluss auf den Heilungsverlauf nach Brustkrebserkrankungen. Wir möchten die Frauen darum unbedingt dazu ermutigen, aktiv zu werden und weiterhin aktiv zu bleiben.»

Und weil dies in der Gruppe meist mehr Spass macht als allein, wurde im Rahmen der Zertifizierung des interdisziplinären Brustzentrums Baden das Trainingskonzept «Fit for Life» ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein wöchentliches, einstündiges Gruppentraining, das im Durchschnitt von zehn Frauen besucht und von spezialisierten Physiotherapeutinnen geleitet wird. Eine davon ist Angela Meyer. Sie erklärt das Konzept: «Im Gymnastiktraining wird der Schwerpunkt vor allem auf die Bewegung und die Stärkung von Schulter, Oberarm und Rücken gelegt.» Entspannungs- und Dehntechniken gehörten ebenso zum Programm wie Walking oder Trainingseinheiten an den medizinischen Geräten. «Wichtig ist, dass das Training Spass macht und motiviert und dass sich die Frauen in der Gruppe austauschen können», sagt Angela Meyer.

Und was, wenn trotz sportlicher Betätigung ein Ödem entsteht? «Dann sind unsere Spezialisten für Lymphdrainage zur Stelle, die Ödeme fachgerecht und mit modernen Lymphdrainage- und Bandagetechniken behandeln. Wie die Physiotherapeuten besuchen auch sie die Patientin bereits im Vorfeld, um aufzuklären und zu informieren», sagt Dr. Nik Hauser.

Und die Psyche?

Yvonne Blöchliger von der Patientenstelle Aargau-Solothurn macht auf einen weiteren Punkt aufmerksam: «Während der Therapie wird die Patientin durch das Umfeld gestützt; die Tage sind durch die Arztbesuche strukturiert. Sobald die Behandlungen aber abgeschlossen sind, interessiert sich kaum mehr jemand für das Befinden der Betroffenen. Viele fallen dann in ein Loch, können vielleicht auch noch nicht arbeiten und fühlen sich allein gelassen.» In der nichtmedizinischen Nachbetreuung bestehe grosser Handlungsbedarf. Yvonne Blöchliger: «Darum kann der regelmässige Besuch etwa einer Gymnastikgruppe viel zum psychischen Wohlbefinden beitragen.»

Quelle: Gesundheit Aargau

Letztes Update: 20.01.11, 09:01 Uhr